Das Wort des Lebens

> Die Botschaft vom Kreuz (18) Die letzten siebe Worte Jesu am Kreuz (2)

Datum 2018-02-25 Manmin-Nachrichten No. 28 PDF Zählung 190
Nachrichten„Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich" (Johannes 19,26-27).


Kurz bevor Er am Kreuz Seinen letzten Atemzug tat, sprach Jesus Seine letzten Worte – mit aller Ihm noch verbleibenden Kraft. Sie werden als die letzten sieben Worte am Kreuz bezeichnet. Wir machen mit der in der letzten Ausgabe gestarteten Serie weiter und schauen uns heute die dritte Äußerung am Kreuz an.



1. „Frau, siehe, dein Sohn!"

In Johannes 19,26 lesen wir: „Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!" Mit „dein Sohn" ist hier der „Jünger, den er liebte", das heißt Johannes, gemeint. Jesus bat also die Jungfrau Maria, Johannes als ihren eigenen Sohn zu betrachten.

Aber warum sagte Jesus: „Frau, siehe, dein Sohn!" Wichtig ist hier unter anderem, dass Jesus die Jungfrau Maria mit „Frau" ansprach. In der Bibel gibt es keine einzige Stelle, in der Jesus die Jungfrau Maria als Seine „Mutter" bezeichnete.

Der Ausdruck „Mutter" im Johannesevangelium wurde aus der Perspektive des Autoren Johannes benutzt – nicht aus Jesu Sichtweise. In Johannes 2 finden wir eine Szene in der Jesus Wasser in Wein verwandelte, aber auch da bezeichnete Er die Jungfrau Maria als „Frau". Der Grund ist, dass sie nie die Mutter Jesu sein konnte. Wie hätte auch die Jungfrau Maria jemals Jesu Mutter sein können, wo Er doch Gott gleichgestellt ist (Philipper 2,6) und als Sohn Gottes zur Dreieinigkeit gehört.

Gott ist von Ewigkeit zu Ewigkeit der „Ich bin, der ich bin" (2. Mose 3,14). Niemand hat Ihn je geboren oder geformt. Darum konnte Jesus, der „in der Gestalt Gottes" kam, Maria, ein bloßes Geschöpf, nie „Mutter" nennen. Auch konnte Maria vom biologischen Standpunkt aus nicht als Jesu Mutter bezeichnet werden. Menschen werden gezeugt, wenn sich Sperma und Ei verbinden. Doch Jesus wurde durch den Heiligen Geist empfangen.

Wenn ein Kind durch künstliche Befruchtung gezeugt wird, ist die Frau, die es austrägt, seine „Mutter"? Wenn das Kind eine Weile im Inkubator verbracht hat, sollte man ihn als „Mutter" bezeichnen? So konnte auch Jesus die Jungfrau Maria nicht als „Mutter" bezeichnen, bloß weil Er in ihrem Mutterleib war. Gott freut sich nicht, wenn Menschen Maria als Jesu Mutter betrachten und anbeten, wie sie das mit anderen Götzen machen.

Gott sagt zu uns in 2. Mose 20,3-4: „Du sollst keine andern Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Götterbild machen..." Das heißt, wir dürfen uns nie Götzen machen, ihnen dienen oder sie oder andere Geschöpfe anbeten.

Die nächsten Worte Jesu waren: „Frau, siehe, dein Sohn!" Sie sollten Maria trösten. Als sie Zeugin wurde, wie ihr geliebter Jesus unbeschreibliche Qualen durchmachte, bereitete das Marie herzzerreißende Schmerzen und Trauer. Doch Jesus war wie immer aufmerksam und dachte an die Jungfrau Maria – selbst ganz am Ende Seines Lebens und er sagte ihr, sie solle sich auf Seinen Jünger verlassen, als wäre Er ihr eigener Sohn.



2. „Siehe, deine Mutter!"

Weiter heißt es in Johannes 19,27: „Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich." Die Bibel sagt uns also, dass Johannes Maria von dem Zeitpunkt an bei sich zu Hause aufnahm und ihr diente, als wäre sie seine Mutter. Nachdem Maria Jesus als Jungfrau geboren hatte, bekamen sie und ihr Mann weitere Kinder. Dennoch bat Jesus die Kinder von Maria und Josef nicht, sich um sie zu kümmern, sondern vertraute diese Aufgabe Seinem Jünger Johannes an.

Was muss uns diesbezüglich klar sein? In der Heiligen Schrift lesen wir in Philipper 3,10: „Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten." Die Kinder Gottes, die die Errettung empfangen haben, gehören in den Himmel. Gottes Kinder, also alle, die den Herrn angenommen haben und deren Namen im Buch des Lebens eingetragen sind, bilden eine geistliche Familie, die Gott, dem Vater dient.

Gott ist die Quelle des Lebens. Jeder von uns wurde von seinen biologischen Eltern, aus einem Samen und einem Ei gezeugt, die Gott ihnen gegeben hatte. Wenn wir auf unseren Stammbaum schauen, sehen wir, dass der erste Mensch – Adam – von Gott kam. Er hatte Adams Leib geformt und ihm den Lebensodem eingehaucht. Somit haben wir unser Leben von Gott. Wenn ein Mann und eine Frau heiraten, können sie ohne Erlaubnis Gottes kein neues Leben zeugen, denn die Autorität, einen Geist zu geben, um ein Kind zu zeugen, liegt bei Gott.

Wissenschaft und Technik entwickeln sich beispiellos; es gibt Kontroversen über das Klonen von Menschen, aber kein Mensch kann seinen eigenen Geist schaffen. Vielleicht kann man Fleisch reproduzieren, doch weil das so produzierte Fleisch keinen Geist hat, unterscheidet es sich nicht von Tieren – und kann nie als „Mensch" betrachtet werden. Auch liegen Geschlecht, Charakter, äußerliche Erscheinung und andere Eigenschaften des Kindes nicht in der Kontrolle der Eltern.

Unumstößliche Tatsache ist, dass Gott das Leben der Menschheit regiert. Er allein gibt jedem Menschen einen Geist und Er regiert über Leben, Tod, Fluch und Segen. Dieser Gott ist unser geistlicher Vater. Wenn Menschen ihr Leben an weltlichen Wünschen orientieren, ohne an Ihn zu glauben, können sie Ihn nicht „Vater!" nennen (Johannes 8,44).

Wir haben auf dieser Welt mit Blutsverwandten zu tun, doch wenn sie nicht an den Herrn glauben, werden sie nicht in Ewigkeit mit uns im Himmel leben. Der Herr Jesus selbst erinnert uns an dieses Thema in Matthäus 12,50: „Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter." Er lehrte uns, was eine echte Familie ausmacht – und die ist geistlich.

Wir sollen unserer fleischlichen Familie dienen und sie lieben, aber es muss eine geistliche Liebe sein, die vor Gottes Augen bestehen kann. Wahre Liebe bedeutet nicht, sich einer Familie unterzuordnen und sie zu lieben, wenn sie Gott lästert und ein Leben führt, dass Seinem Willen widerspricht.

Stellen wir uns vor, jemandes biologische Eltern oder Geschwister würden sagen: „Gehe nicht in die Gemeinde" oder „Hilf mir, dieses Verbrechen zu begehen." Wenn derjenige das tut, wählt er nicht den Weg der Liebe, sondern den des Todes. Wir sollen zwar unsere leiblichen Eltern und Geschwister lieben und ihnen dienen, doch das muss innerhalb der Grenzen der Wahrheit geschehen. Wenn wir unsere Familien wirklich lieben, müssen wir zuerst ihnen das Evangelium predigen und sie auf den Himmel verweisen.

Liebe Brüder und Schwestern in Christus, in der dritten Aussage Jesu am Kreuz steckt Seine Liebe, mit der Er die trauernde Maria trösten wollte. Unser Herr sagt uns, dass alle Brüder und Schwestern in Ihm unsere echte Familie bilden. So bete ich im Namen des Herrn Jesus, dass ihr das Herz des Herrn noch besser versteht, Gott noch mehr liebt und einander vor dem Herrn in geistlicher Liebe begegnet.