Das Wort des Lebens

> Die Botschaft vom Kreuz (17) Die letzten sieben Worte Jesu am Kreuz (1)

Datum 2018-01-28 Manmin-Nachrichten No. 27 PDF Zählung 165
Nachrichten„Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34).

„Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43).



Jesus sprach nur wenige Worte, bevor Er am Kreuz Seinen letzten Atemzug tat. Man bezeichnet sie als „Die letzten sieben Worte am Kreuz.“ In dieser Ausgabe werden die ersten beiden erläutert.


Das 1. Wort: „Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Jesus, der Sohn Gottes, wurde mit der Kreuzigung brutal für unsere Sünden bestraft. Stellvertretend für die gesamte Menschheit, der die Todesstrafe drohte, wurde Jesus allen möglichen Qualen und Leiden ausgesetzt. Da die römischen Soldaten und das Volk Israel das nicht wussten, zögerten sie nicht, Jesus am Kreuz zu verachten und zu verhöhnen und Ihn so zu behandeln, als wäre Er ein Missetäter.

Jesus litt nicht nur still, sondern bat Gott um Vergebung für die Menschen, die darauf erpicht waren, Ihn zu töten. Bitte denkt daran, dass dieses Gebet nicht nur den bei Jesu Exekution versammelten Menschen galt, sondern allen, die damals wie heute in einer geistlichen Finsternis lebten oder leben. Jesu Gebet, das von Liebe erfüllt war, ist genau der Grund, warum noch heute unzählige Menschen errettet werden können.

Der Unschuldige, der mit Seinen letzten Atemzügen am Kreuz aus Liebe für Sünder betete, will, dass alle Kinder Gottes heute ihre Mitmenschen lieben und ihnen vergeben. Deshalb lehrte Er uns auch zu beten: „und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (Matthäus 6,12). Selbst dann, wenn wir ohne Grund verfolgt werden, will Jesus nicht, dass wir böse reagieren oder ungute Gefühle hegen, sondern gegenüber unseren Verfolgern gütig handeln (Matthäus 5,44-45).

Wie Jesus, der selbst die Sünder liebte, die Ihn kreuzigten und verspotteten, müssen auch wir unsere Brüder und Schwestern lieben und sogar unseren Feinden vergeben und sie lieben.


Das 2. Wort: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Es gab zwei Verbrecher, die zur Rechten und zur Linken Jesu gekreuzigt wurden. Einer von ihnen verspottete Jesus, aber der zweite Kriminelle wies den ersten zurecht. Dann flehte Er den Herrn an: „Jesus, denke an mich, wenn Du in Dein Königreich kommst!“ Darauf antwortete Jesus mit einem Versprechen: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Hinter dem zweiten Wort steckt eine enorme geistliche Bedeutung. Das erste Wort ist das „Paradies“ im himmlischen Königreich. In 2. Korinther 12,2-4 spricht der Apostel Paulus davon, in den dritten Himmel, also ins Paradies, entrückt worden zu sein, wo unaussprechliche Worte zu hören waren. An vielen Stellen in der Bibel, darunter in Nehemia 9,6, lesen wir von den „Himmeln der Himmel“, die auch als die „höchsten Himmel“ bezeichnet werden. Neben dem natürlichen Himmel (auf Englisch „sky“), der mit bloßem Auge sichtbar ist, gibt es selbstverständlich auch im geistlichen Raum einen Himmel (1. Könige 8,27; Psalm 68,34).

Der „dritte Himmel“, wo sich das himmlische Königreich befindet, ist in viele Wohnstätten unterteilt. Unter anderem ist dort das Paradies, wohin der Apostel Paulus entrückt wurde, wie auch das neue Jerusalem, welches in Offenbarung 21,10-11 beschrieben wird. Das neue Jerusalem ist die höchste Ebene im himmlischen Königreich und dort werden diejenigen wohnen, die den Herrn Jesus nachgeahmt, jegliche Sünde und alles Böse abgelegt haben und in allen Bereichen treu waren.

Der Räuber, der gerettet wurde, während er neben Jesus am Kreuz hing, nahm den Herrn nur ganz kurz vor seinem Tod an. Er hatte keine Zeit mehr, alle seine Sünden abzulegen und alles Böse aus seinem Herzen zu entfernen. Auch konnte er nichts mehr tun, um dem Herrn seine Treue zu erweisen. Er konnte gerade so noch seine Errettung empfangen. Menschen wie er werden ins Paradies, den niedrigsten Ort im himmlischen Königreich, kommen. Zwischen dem Paradies und dem neuen Jerusalem gibt es verschiedene Ebenen mit Wohnstätten. Welche Wohnung ein jeder bekommt, hängt davon ab, wie sehr er geheiligt war, wie viel Glauben er hatte und wie sehr er sich als treu erwies.

Gemäß Seiner Gerechtigkeit erlaubt Gott jedem Menschen das zu ernten, was er in der Welt gesät hat und vergilt jedem gemäß dem, was er getan hat. Dementsprechend ist das himmlische Königreich auf viele verschiedene Ebenen mit unterschiedlichen Wohnungen aufgeteilt. Anders ausgedrückt unterscheidet sich die himmlische Wohnung von Person zu Person je nachdem, in welchem Maße dieser Mensch seine Sünden abgelegt und dem Herrn nachgeeifert hat. Auch die Herrlichkeit, die Belohnungen, die Freude und Autorität unterscheidet sich im Himmel von einem Bewohner zum anderen.

Darum lesen wir in 1. Korinther 15,41: „ein anderer der Glanz der Sonne und ein anderer der Glanz des Mondes und ein anderer der Glanz der Sterne, denn es unterscheidet sich Stern von Stern an Glanz.“ Wenn jemand echten Glauben hat, muss er sich ernsthaft wünschen, einen besseren Wohnort im Himmel zu bekommen. Dazu lesen wir in Matthäus 11,12: „Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt wird dem Reich der Himmel Gewalt angetan, und Gewalttuende reißen es an sich.“ Je mehr jeder einzelne von uns den Teufel und die Sünde besiegt und den Herrn nachahmt, desto besser wird die himmlische Wohnung sein, in die wir am Ende für immer einziehen werden.

Wenn wir in den Himmel kämen, obwohl wir Sünden wie Neid, Eifersucht, Richten, Verdammen, Hass, Betrug, Täuschung, Geiz, Wutanfälle, Ehebruch und dergleichen noch nicht abgelegt haben, wäre der Himmel kein heiliger Wohnort, an dem Freude herrscht. Wir können aber nicht in den Himmel, wenn wir in unserem Herzen noch Sünde oder Böses haben, sondern nur dann, wenn ein gütiges, vom Geist geprägtes Herz entwickeln. Diejenigen, deren Herzen etwa das gleiche Maß an Güte und geistlichem Gehorsam aufweisen, werden an denselben Orten leben. Und so wie wir hier auf der Erde lieber mit Leuten in unserem Alter oder mit einer ähnlichen Persönlichkeit zusammenleben und -arbeiten, wird es auch im Himmel angenehmer und erfreulicher sein, wenn wir mit Leuten zusammen sind, die ein ähnliches Maß an Heiligung und Glauben erreicht haben und dem Herrn auf ähnliche Weise gefolgt sind.

Jesus sagte dem einem Verbrecher, der neben Ihm gekreuzigt wurde: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Das heißt aber nicht, dass Jesus mit dem Verbrecher im Paradies leben würde. Jesus sagte dies zu dem Mann, weil Er der Herr über alle Wohnungen im Himmel ist und nach Seiner Auferstehung und Himmelfahrt über sie alle herrschen sollte.

Auch bedeutet das „heute“ nicht, dass Jesus am Tag Seiner Kreuzigung ins Paradies kam. Als der Räuber zu einem Kind Gottes wurde, nachdem Er im Glauben seine Errettung empfangen hatte, sagte Jesus ihm, dass Er bei ihm sein würde – egal, wo er sich ab jenem Zeitpunkt befinden würde. Auch für uns gilt: Von dem Tag an, an dem wir den Herrn und damit unsere Errettung empfangen, wird sich der Herr an uns erinnern und immer bei uns sein.

Wohin ging Jesus an jenem Tag, an dem Er am Kreuz starb? Das lesen wir in Matthäus 12,40. Dort heißt es: „... so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“ Ebenso erinnert uns Epheser 4,9 daran, dass Jesus „hinabgestiegen ist in die unteren Teile der Erde.“ Darüber hinaus steht in 1. Petrus 3,19: „In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt.“ Denkt also daran, dass Jesus, nachdem Er am Kreuz Seinen letzten Atemzug tat, nicht direkt ins Paradies ging, sondern zu den Geistern im Gefängnis ging und ihnen predigte. Mit den „Geistern, die [derzeit] im Gefängnis“ sind, wird auf alle Bezug genommen, denen die Errettung zustand, die aber starben, bevor Jesus ans Kreuz ging und zum Retter wurde.

Liebe Brüder und Schwestern in Christus Jesus, bis zum letzten Augenblick Seines irdischen Lebens betete Jesus voller Liebe für alle Menschen und säte die Hoffnung auf den Himmel in das Herz eines Verbrechers, der Ihn angenommen hatte. So bete ich im Namen des Herrn Jesus, dass ihr alle eine bessere Wohnung im Himmel an euch reißt, indem ihr euch Seine Liebe noch deutlicher vor Augen führt.